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Mikronährstoffe: Übersicht, Funktionen und was Ihr Körper wirklich braucht
6 Min. Lesezeit
Manchmal schleicht sich Müdigkeit ein, ohne dass man einen klaren Grund findet. Die Nächte waren gut, der Alltag nicht außergewöhnlich stressig – und trotzdem fehlt die Energie. Häufige Infekte, brüchige Nägel, Konzentrationsprobleme oder trockene Haut können ähnlich diffus wirken.
Was viele nicht wissen: Hinter diesen Beschwerden steckt in manchen Fällen eine stille Unterversorgung mit Mikronährstoffen.
Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente liefern keine Kalorien. Sie sind keine Energieträger. Und trotzdem läuft ohne sie buchstäblich nichts: kein funktionierendes Immunsystem, kein geregelter Energiestoffwechsel, keine gesunden Knochen, keine Blutbildung. [1]
Was genau diese kleinen Nährstoffe leisten, welche Gruppen es gibt und für wen eine Unterversorgung besonders wahrscheinlich ist – das erklärt dieser Artikel.
Wichtiges in Kürze
KI-Zusammenfassung
Müdigkeit, Infekte oder Konzentrationsprobleme können auf eine stille Unterversorgung mit Mikronährstoffen hinweisen.
Mikronährstoffe sind keine Energieträger, aber unverzichtbar für Immunsystem, Energiestoffwechsel und Blutbildung.
Sie übernehmen Steuerungsaufgaben wie Enzymaktivierung und Zellschutz, im Gegensatz zu den Energielieferanten Makronährstoffen.
Die meisten Mikronährstoffe kann der Körper nicht selbst herstellen und muss sie regelmäßig über die Nahrung aufnehmen.
Fettlösliche Vitamine (A, D, E, K) werden gespeichert; wasserlösliche (C, B-Vitamine) erfordern regelmäßige Zufuhr.
Was Mikronährstoffe von Makronährstoffen unterscheidet
Kohlenhydrate, Fette und Proteine sind die Energielieferanten des Körpers. Mikronährstoffe dagegen übernehmen Steuerungsaufgaben. Sie aktivieren Enzyme, schützen Zellen vor oxidativem Stress, sind Bausteine von Hormonen und regulieren den Elektrolythaushalt. Manche wirken als Cofaktoren – sie sind der Schlüssel, der biochemische Reaktionen erst möglich macht.
Der Körper kann die meisten Mikronährstoffe nicht selbst herstellen. Sie müssen regelmäßig über die Nahrung aufgenommen werden. [1]
Eingeteilt werden sie in drei Hauptgruppen: Vitamine, Mengenelemente und Spurenelemente. Vitamine sind organische Verbindungen, Mineralstoffe anorganische. Der Unterschied zwischen Mengenelementen und Spurenelementen liegt in der benötigten Menge – nicht in ihrer Bedeutung.
Vitamine: was sie leisten und wo sie stecken
Vitamine teilen sich in zwei Lager auf. Fettlösliche Vitamine – das sind A, D, E und K – können im Körper gespeichert werden, vor allem in Leber und Fettgewebe. Sie brauchen Fett als Träger, um überhaupt aufgenommen zu werden. Wasserlösliche Vitamine dagegen, also Vitamin C und alle B-Vitamine, werden kaum gespeichert. Überschüsse scheidet der Körper über den Urin aus – weshalb eine regelmäßige Zufuhr hier besonders wichtig ist.
In der folgenden Tabelle finden Sie die wichtigsten Vitamine mit ihrer jeweiligen Funktion, möglichen Mangelsymptomen und den besten Nahrungsquellen auf einen Blick.
Unser Tipp: Garen Sie Gemüse so schonend wie möglich. Dämpfen statt Kochen in viel Wasser schont vor allem Vitamin C und Folat – beide sind hitze- und lichtempfindlich und gehen beim Kochen teilweise verloren.
Mengenelemente und Spurenelemente: der Überblick
Mineralstoffe sind anorganische Substanzen. Sie können nicht durch Kochen oder Verarbeitung zerstört werden – wohl aber ins Kochwasser übergehen. Der Unterschied zwischen Mengenelementen und Spurenelementen ist rein quantitativ: Mengenelemente kommen im Körper in höheren Konzentrationen vor und müssen entsprechend in größeren Mengen aufgenommen werden. Spurenelemente werden in Kleinstmengen gebraucht – ihre Rolle ist aber keineswegs kleiner.
Viele Spurenelemente sind Bestandteile von Enzymen oder Hormonen und damit an Prozessen beteiligt, die ohne sie schlicht nicht funktionieren.
Unser Tipp: Wer wenig oder kein Fleisch isst, sollte pflanzliche Eisenquellen immer mit einem Vitamin-C-reichen Lebensmittel kombinieren – zum Beispiel Linsen mit Paprika oder Spinat mit etwas Zitronensaft. Das verbessert die Eisenaufnahme spürbar.
Wer aufpassen sollte
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung betont, dass schwere Mikronährstoffmängel in Deutschland selten sind. Das stimmt. Aber es gibt Gruppen, bei denen bestimmte Nährstoffe regelmäßig zu kurz kommen – nicht aus Unwissenheit, sondern weil Ernährungsweise, Alter oder Lebenssituation den Bedarf verschieben.
Veganerinnen und Veganer sind vor allem bei Vitamin B12 gefährdet – es kommt praktisch nur in tierischen Lebensmitteln vor. Studien zeigen, dass rund die Hälfte nicht supplementierender Veganer einen klinisch relevanten B12-Mangel aufweist. [2] Eine konsequente Supplementierung ist hier keine Option, sondern Pflicht. Dazu kommen potenzielle Lücken bei Eisen, Zink, Jod, Calcium und Vitamin D. [3]
Ältere Menschen nehmen oft weniger und einseitiger auf, die Aufnahme im Darm lässt nach. Vitamin D ist dabei besonders kritisch: In Deutschland haben laut einer repräsentativen Studie rund 30 % der Erwachsenen einen defizitären Vitamin-D-Status – mit deutlich höheren Anteilen in den Wintermonaten. [6]
Schwangere und Frauen mit Kinderwunsch haben einen erhöhten Bedarf an Folat, Eisen, Jod und Vitamin D. Eine globale Meta-Analyse zeigt, dass rund 28 % der Schwangeren weltweit von Eisenmangel betroffen sind – auch in Europa ist Eisenmangel bei Frauen im gebärfähigen Alter weit verbreitet. [4, 5] Die Empfehlung der DGE: Folsäure bereits vor der Schwangerschaft supplementieren.
Chronische Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts – Zöliakie, Morbus Crohn, Reizdarm – können die Aufnahme einzelner Nährstoffe erheblich beeinträchtigen, selbst wenn die Ernährung eigentlich ausgewogen ist.
Anhaltende Müdigkeit, häufige Infekte, Haarausfall, brüchige Nägel oder Stimmungsschwankungen sind unspezifische Signale. Ein Bluttest schafft Klarheit – und ist beim begründeten Verdacht auf einen Mangel über die Krankenkasse abrechenbar.
Nahrungsergänzung: wann sie Sinn macht
Nahrungsergänzungsmittel sind keine Absicherung gegen eine unausgewogene Ernährung. Das klingt banal, wird aber in der Werbung für Vitaminpräparate gerne verwischt.
Sinnvoll diskutiert werden gezielte Supplementierungen bei tatsächlich nachgewiesenem Mangel – oder bei klar erhöhtem Bedarf. Vitamin D in den Wintermonaten, Vitamin B12 bei veganer Ernährung, Folsäure bei Kinderwunsch, Eisen bei diagnostiziertem Eisenmangel: Das sind Situationen, in denen eine gezielte Ergänzung ernährungswissenschaftlich begründbar ist.
Ohne konkreten Anlass gilt: Mehr hilft nicht mehr. Bei fettlöslichen Vitaminen und manchen Spurenelementen ist eine Überdosierung nicht nur möglich, sondern gesundheitlich bedenklich. Wer supplementieren möchte, sollte das immer mit einem Arzt oder einer Ernährungsfachkraft absprechen.
Fazit
Mikronährstoffe fallen im Alltag kaum auf – bis etwas fehlt. Dann meldet sich der Körper, häufig mit unspezifischen Signalen, die sich schwer zuordnen lassen. Die beste Grundlage ist und bleibt eine abwechslungsreiche Ernährung mit viel Gemüse, Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten, hochwertigen Proteinen und wenn möglich regelmäßigem Fischkonsum.
Wer besondere Ernährungsweisen pflegt oder bestimmten Risikogruppen angehört, sollte seinen Versorgungsstatus kennen. Ein einfacher Bluttest reicht dafür aus.
Was sind Mikronährstoffe und wofür braucht der Körper sie?
Mikronährstoffe sind Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, die der Körper für lebenswichtige Prozesse benötigt, aber keine Kalorien liefern. Sie übernehmen Steuerungsaufgaben, aktivieren Enzyme, schützen Zellen vor oxidativem Stress und sind Cofaktoren für biochemische Reaktionen. Ohne sie funktionieren beispielsweise das Immunsystem, der Energiestoffwechsel und die Blutbildung nicht richtig.
F
Welcher Unterschied besteht zwischen Makronährstoffen und Mikronährstoffen?
Der Hauptunterschied liegt in ihrer Funktion für den Körper: Makronährstoffe wie Kohlenhydrate, Fette und Proteine sind primär Energielieferanten. Mikronährstoffe hingegen liefern keine Energie, sondern sind essenziell für die Steuerung und Regulierung zahlreicher Körperfunktionen, wie etwa die Aktivierung von Enzymen oder die Bildung von Hormonen.
F
Liefern Mikronährstoffe Energie oder Kalorien?
Nein, Mikronährstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente sind keine Energieträger und liefern dem Körper keine Kalorien. Ihre zentrale Rolle besteht darin, biochemische Reaktionen zu steuern und wichtige Körperfunktionen zu ermöglichen, die indirekt für den Energiestoffwechsel notwendig sind.
F
Kann der Körper Mikronährstoffe selbst herstellen?
Nein, der Körper kann die meisten Mikronährstoffe nicht eigenständig herstellen. Aus diesem Grund müssen sie regelmäßig und in ausreichender Menge über die Nahrung aufgenommen werden, um eine optimale Funktionsweise und Gesundheit zu gewährleisten.
F
Welche Symptome könnten auf einen Mangel an Mikronährstoffen hindeuten?
Ein Mangel an Mikronährstoffen kann sich durch verschiedene unspezifische Symptome äußern, die oft schwer zuzuordnen sind. Dazu gehören unter anderem unerklärliche Müdigkeit, eine erhöhte Anfälligkeit für Infekte, brüchige Nägel, Konzentrationsprobleme oder trockene Haut.